Unendliche Güte Gottes
in der Erschaffung des Menschen

O Gott, aus Barmherzigkeit hast Du das menschliche Geschlecht vom Nichts zum Sein berufen und hast es reichlich mit natürlichen und übernatürlichen Gnaden beschenkt. Das war Deiner Güte noch nicht genug. - In Deiner Barmherzigkeit schenkst Du uns das ewige Leben. Du läßt uns zu Deinem ewigen Glück kommen, an Deinem inneren Leben teilhaben und das allein aufgrund Deiner Barmherzigkeit. Du beschenkst uns mit Deiner Gnade allein deshalb, weil Du gut und von Liebe erfüllt bist. Du hast uns nicht gebraucht um glücklich zu sein, aber Du, Herr, willst Dein eigenes Glück mit uns teilen. Der Mensch jedoch bestand seine Probe nicht. Du hättest ihm mit ewiger Verdammnis bestrafen können, wie die Engel, aber hier trat Deine Barmherzigkeit hervor, Dein Inneres wurde von großem Mitleid ergriffen und Du versprachst, unsere Erlösung Selbst zu vollbringen. Das ist der unbegreifliche Abgrund Deines Erbarmens; Du hast uns nicht bestraft, wie wir es verdient hätten. Deine Barmherzigkeit, Herr, sei gepriesen; über Jahrhunderte hinaus werden wir sie preisen. Und die Engel wunderten sich über die Größe der Barmherzigkeit, die Du den Menschen erwiesen hast… (1743)

Wir preisen Dich, Gott der Barmherzigkeit,
Allmächtiger Schöpfer und Herr,
Ehre sei Dir, in tiefster Ergebenheit,
Versenkt in Deiner Gottheit Meer.

Der Mensch harrte nicht aus in der Probestunde,
Vom Bösen betört, ist er Dir nicht gefolgt.
Verlor Gnade und Gabe. Im Elend gefunden,
Bleibt er vom Leid bin zum Grabe verfolgt.

Doch Du, gütiger Gott wolltest nicht des Menschen Tod,
Und gabst der Erlösung Verheißung uns.
Trotz großer Schuld, siehst Du voll Mitleid unsere Not,
Sendest Propheten nach Israel mit Deiner Kund.

Die Menschheit ruft zu Dir bei Tag und bei Nacht,
Mit Sünden beladen, voll Leiden und Qual.
Erhöre das Flehen, Du Herrscher in Macht,
Schaue hernieder ins Tränental.

Schuldbeladen, getrennt von seinem Gott,
Steht vor dem Abgrund der Mensch. Wie soll er bestehen?
Ruft um Erbarmen in Angst und in Not,
Jehowa schweigt - und läßt Zeiten vergehen.

Die Sehnsucht der Menschen nach dem Messias,
Steigert bis zum Gipfel sich.
Komm, o Lamm Gottes, nimm Sünde, nimm Haß,
Wandle das Dunkel, bring' uns Dein Licht
.

Noch immer, Herr, ruft die Menschheit zu Dir,
Zu Deinem Erbarmen den Weg laß' sie finden.
O großer Jehowa, laß' Dich erweichen von ihr,
Gedenk' Deiner Güte, vergib uns die Sünden.
(1744)